• Aufbruch in Nudow

Aufbruch in Nudow

Nicht nur Rehbrücke und Saarmund haben große Baustellen

Ungeachtet des neuen Rehbrücker Ortsteils, der sich Gartenstadt nennt, ist der Bereich des Amtes Rehbrücke vorwiegend ländlich. Neben großen Flächen von Landschafts- und Naturschutzgebieten, von Wald und Wasserläufen sind mehrere tausend Hektar landwirtschaftlich genutzt. (Siehe hierzu auch den Beitrag „Agro: Zu Luftsprüngen kein Anlass“ auf Seite 10).
Eingebettet in diesen reizvollen ländlichen Raum im Einzugsgebiet der Nuthe liegen die fünf kleineren Dörfer Nudow, Philippsthal, Fahlhorst, Tremsdorf und Bergholz sowie das größere und im Charakter unterschiedliche Saarmund.
In den Heften 1, 11 und 12/97 hatten wir Ihnen Nudow und seinen Bürgermeister vorgestellt, im letzten Jahr folgten Detailberichte zu Feuerwehr und aktuellen Entwicklungen im Ort. In der Vorstellung des ehrenamtlichen „Dorfschulzen“ Dr. Hans-Joachim Laabs war schon deutlich geworden, dass hier einem „Zugezogenen“ die Erhaltung und Pflege des dörflichen Bildes und Charakters von Nudow ganz besonders am Herzen liegt. Ein Jahr nach dem damaligen Gespräch war es an der Zeit, nach den Fortschritten zu fragen.
Ich traf den Vielbeschäftigten in einer kurzen Verschnaufpause zwischen zwei Terminen in seinem hübschen Eigenheim am Pappelweg.

Der kleine Ort, eine große Baustelle
Eigentlich sind die „Fortschritte“ bereits unübersehbar. Der ganze Ort ist eine riesige Baustelle, und das, was ich brauchte, waren Hintergrundinformationen.
In der Dorfstraße erfolgt z.Z. der Anschluss an die Kanalisation (Nudow gehört nicht dem Abwasserzweckverband Mittelgraben, sondern Teltow an). Eigentlich sollte die Baumaßnahme in der „Hauptstraße“ schon zu Jahresende 97 beendet sein, nun sieht es so aus, dass es März 98 werden wird. Im Jahr 1998 sind dann der Pappelweg und die anderen Neubaugebiete an der Reihe, 1999 soll der Rest des Ortes folgen. Der Ortsteil „Nudow Ausbau“, direkt vor Philippsthal gelegen, ist bereits beim Mittelgraben angeschlossen.

Weiterentwicklung eines Dorfes, ohne ihm den Charakter zu nehmen
Nicht durch diese wichtige Umweltmaßnahme, aber durch das neue Wohngebiet, das das alte Nudow mit dem Pappelweg verbinden soll, wird das Gesicht Nudows sich verändern. Wer jetzt meint, dass die vielen Eigenheime nicht zum Dorf passten, hat nicht ganz recht. Ein Dorf im Jahr 2000, 10 Jahre nach dem Ende der entwicklungsmäßigen Stagnation der ostdeutschen Dörfer, sieht anders aus als vor 60 oder 100 Jahren. Wollten sie keine Museumsdörfer sein oder werden, mussten auch die Dörfer der alten Bundesländer bereits seit Jahrzehnten versuchen, die vermehrte Zahl an Stadtflüchtern zu integrieren. So gibt es heute überall an den Dorfrändern schmucke Eigenheimsiedlungen. Wichtig war lediglich, sie optimal so gut als möglich anzupassen und konzentriert zu halten, um eine wilde Zersiedlung der Feldflur zu vermeiden, was in den Anfangsjahren leider nicht immer geschah.
Das Nudower Neubaugebiet gegenüber der alten Schule (heute Gemeindehaus) wird ca. 20 Eigenheime umfassen (Doppel- und Einzelhäuser). Z.Zt. erfolgt durch eine Firma aus Ludwigslust die Erschließung für Wasser und Abwasser, im März ist der Baubeginn geplant.

Bereits abgeschlossen...
...ist die Rekonstruktion der hübschen kleinen Schule, die beiden Wohnungen im Obergeschoß sind bezogen, die unteren Räume eingerichtet und stehen als Gemeindehaus dem ehrenamtlichen Bürgermeister, den Gemeindevertretern und der Nudower  Bevölkerung zur Verfügung. Wir werden Ihnen die Räume in einer der nächsten Ausgaben noch im Foto vorstellen. Neben der Gaststätte in Nudows Mitte hat der Ort nun einen zweiten Punkt der Kommunikation, denn zum lebendigen Dorf
gehören geeignete Räumlichkeiten für Kultur und Geselligkeit. Das erleichtert dann auch wieder die Integration der Neubürger und verhindert, dass sich das gesellschaftliche Leben nach draußen verlagert.

Dorferneuerung mit Fördermitteln
Wer Nudows Äußeres in den vergangenen Jahren beobachtet hat, konnte mit Freude vermehrt Eigeninitiative beobachten. Blumen vor den Häusern und renovierte Fassaden geben dem Dorf ein zunehmend freundlicheres Aussehen. Im Jahr 1997 hat Dr. Hans-Joachim Laabs nicht nur die Fördermittel für den Umbau des alten Schulhauses nach Nudow geholt, sondern auch die Förderung zur Erhaltung und Verschönerung von 5 Einzelobjekten.
Wir werden auf dieses eingehen, sobald die Maßnahmen abgeschlossen sind. Ebenfalls gesondert werden wir den Neubau der großen Reithalle durch die Familie Lange würdigen und Hilfen, die die Gemeinde Nudow durch das Gewerbeunternehmen German Parcel in Nudow erhält.
Mein Gesprächspartner hofft übrigens, auch 1998 nochmals Fördermittel zur Dorferneuerung zu erhalten. Alle diejenigen Leser, die nicht in Nudow wohnen oder regelmäßig durchfahren, sollten sich etwa noch zwei Jahre gedulden, um dann im Jahr 2000 zu staunen, wie hübsch ein gepflegtes märkisches Dorf aussehen kann. Aber Eintrittsgeld wird auch dann sicher nicht genommen werden.

Quelle: 6   Der Nuthe-Bote 1/98




Abbildung 1: Dr. Hans Joachim Laabs fördert dörfliche Kultur und Tradition

Abbildung 2: Das alte, grunderneuerte Schulhaus von Nudow glänzt von vorn wie von hinten, das Innere stellen wir Ihnen demnächst vor.



Abbildung 3: Baulückenschließung, die Brachfläche zwischen Pappelweg und Alt-Nudow soll jetzt bebaut werden.        Fotos: Bothe (2)











+ Kommentar

Hinweis: HTML ist nicht verfügbar!

Aufbruch in Nudow