Reichsautobahn und Segelflug
Zwischen 1936 und 1941 wurden der südliche Berliner Autobahnring, das Dreieck
Nuthetal und die Verbindung zur AVUS gebaut. Ende 1938 erfolgte dafür eine
spektakuläre Moorsprengung im Saarmunder Bereich. In dieser Zeit stand im
Bereich des heutigen Sportplatzes ein Reichsautobahn‐Lager. Auf dem heutigen
PERI‐Gelände existierte das Reichsbahnlager der Firma Pfau & Bielke, das bis zum
Jahr 1944 am zweigleisigen Ausbau des Güteraußenringes arbeitete. Aufwendige
Meliorationsarbeiten in den Nuthewiesen (Schlaatzwiesen) lassen sich bis zum
Jahr 1944 nachweisen. Anfangs wurden diese Arbeiten vom Reichsarbeitsdienst,
ab 1939 zunehmend und später ausschließlich von Zwangsarbeitern,
insbesondere „Ostarbeitern“ ausgeführt. Zirka 80 belgische, französische,
russische und polnische Arbeiter leisteten auch in 30 privaten Saarmunder
Haushalten unfreiwillig Zwangsarbeit.
Von 1936 bis 1944 legten je Semester 300 bis 400 Flugschüler der HJFliegergefolgschaft
unter Hans Helbig, Institut für Leibesübungen der Universität
Berlin, auf dem Segelfliegerberg ihre Flugprüfungen ab, auch hier lassen sich
1940 bis zu 19 Zwangsarbeiter gleichzeitig nachweisen.